SG Vorstand Weber im Interview

Im ersten Teil kommt mit Jürgen Weber von der SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim, ein Mann zu Wort, der sicherlich in der ersten Saison der neu-gegründeten Spielgemeinschaft nicht immer nur eine ruhige Zeit hatte. Jürgen wird aber nicht nur über die letzten Saison reden, sondern auch über die Pläne der SG, über die neue Saison und welcher Nationalspieler das Nachsehen gegen ihn hatte. Nun viel Spaß beim Lesen.

SCB-Online: Hallo Jürgen, wie geht es Dir?

Jürgen Weber: Hi Alex. Im Moment nervt mich meine Bandscheibe. Aber sonst ist alles okay.

SCB-Online: Die erste Saison der SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim ist nun vorbei. Hast Du die ersten Erfahrungen, die ersten Höhen und Tiefen schon verarbeitet?
Jürgen Weber: Mittlerweile ja. Es war eine aufregende Saison, die mich so einige schlaflose Nächte gekostet hat.

SCB-Online: Diese erste Saison für die SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim war zumindest für die Bezirksliga Mannschaft sehr turbulent. Nach der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz, dann die Entlassung von Trainer Markus Braun, die Verpflichtung von Kevin Gintz als Trainer, dann eine sehr beeindruckende Siegesserie zu Beginn der Rückrunde, dann wieder eine Durststrecke und am Ende Sprang Rang sieben in der Bezirksliga heraus. Diese „Turbulenzen“ sollen aber bestimmt eine Ausnahme bleiben?
Jürgen Weber: Natürlich. Nach der Freistellung von Kussi, hat Kevin die Zügel angezogen und zuerst 4-Mal und später 3-Mal in der Woche trainiert. Nun war die Fitness da und man konnte die Spiele in den letzten 15 Minuten gewinnen. Das dies nicht bis zum Ende durchzuhalten war, war jedem klar. Oberstes Ziel war Punkte sammeln. Und das hat man ja auch geschafft.

SCB-Online: Sind diese ganzen „Turbulenzen“ aber gerade bei einem Zusammenschluss von zwei Mannschaften, vielleicht auch unausweichlich? Oder können gewisse Mechanismen die zwei Unterschiedliche Vereine über Jahrzehnte praktiziert haben innerhalb von Wochen in einem „Neuen Verein“ funktionieren?
Jürgen Weber: Im Grunde schon. Es müssen viele unterschiedliche Spieler in eine Mannschaft eingebunden werden. Dazu kommt noch, dass man immer erst Freitag – oder manchmal auch erst sonntags – weiß, welche Spieler einem für das Spiel zur Verfügung stehen. Aber ich denke, wir haben es ganz gut hingekriegt.

SCB-Online: Wie sieht Dein Gesamtfazit nach der ersten Saison als Vorstand der SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim aus? Eigentlich sind doch alle drei Mannschaften im Soll?
Jürgen Weber: Das Fazit über die Gesamtzeit seit Gründung der SG ist sehr positiv. Wir sind mit vier Mannschaften angetreten und mussten dann während der Spielzeit erkennen, dass das gesteckte Ziel doch zu hoch angesetzt war. Spielausfälle im Bereich der dritten und vierten Mannschaft waren im letzten Drittel die Regel. Es fanden sich einfach nicht ausreichend Spieler, um die Mannschaften bestücken zu können.

SCB-Online: Für viele kam der Zusammenschluss des SV Wolfersheim mit der DJK Ballweiler-Wecklingen sehr überraschend und unerwartet. Was waren die Gründe für diesen Zusammenschluss?
Jürgen Weber: Ich betrachte den Zusammenschluss mit der DJK als Glücksgriff. Als Thomas Krebs dem Vorstand von Wolfersheim dies verkündet hat, dass seitens DJK Interesse an einer Spielgemeinschaft besteht, konnte ich es erst nicht glauben. Die Gründe dazu werde ich in der nächsten Frage beantworten.

SCB-Online: In der Öffentlichkeit kam immer wieder Frage auf „Warum hat der SV Wolfersheim“ das gemacht? Kannst Du diese Frage ein wenig nachvollziehen? Ist dieser Zusammenschluss eine endgültige Fusion oder ist es vorerst Zeitlich begrenzt?
Jürgen Weber: Der SVW stand im letzten Jahr – wie viele Vereine – da und hatte mit dem demographischen Wandel zu kämpfen. Es fanden sich nicht ausreichend Spieler um zwei Mannschaften dauerhaft am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen. Lange vor der Bildung der SG mit der DJK fanden ja bereits Gespräche mit dem SV Breitfurt statt. Diese führten aber zu keinem Ergebnis und somit stand der Spielgemeinschaft mit der DJK nichts im Wege. Die Spielgemeinschaft versetzt den SVW in die Lage, auch über Winter ein regelmäßiges Training und einen Spielbetrieb durch den Kunstrasenplatz aufrecht zu erhalten. Das war in den vergangenen Jahren – seit dem der Rasenplatz da ist – nicht der Fall. Dieser Zusammenschluss ist zeitlich begrenzt und wurde für die Dauer von fünf Jahren vereinbart. Dies schreibt der SFV so vor.

SCB-Online: Wie ist aus Deiner Sicht die bisherige Kommunikation zwischen den beiden Vereinen?
Jürgen Weber: Die Kommunikation zwischen den Vereinen ist vorbildlich. Jeder im Verein ist sich bewusst, dass es nur ein „Miteinander“ gibt. Wir alle ziehen an einem Strang.

SCB-Online: Mit der SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim besteht nun ein Verein bzw. eine spielgmeinschaft, der sportlich sehr Reizvoll ist. Mit der Verbandsliga, Bezirksliga und der Kreisliga, kann man mit dem richtigen Handling und der entsprechenden Führung, Mannschaften aufbauen, die für jeden Spieler sehr reizvoll werden kann, da er eine direktere Möglichkeit hat, höherklassig zu spielen. Ist das die Zielsetzung der SG bzw. was sind die Ziele der SG?
Jürgen Weber: Da muss ich Dich zuerst einmal korrigieren. In die neue Runde wird keine Kreisligamannschaft mehr gemeldet. Diese konnte leider nicht gefunden werden und wir gehen stattdessen mit einer starken Kreisliga B Mannschaft in die Runde 2015/2016. Ziel ist es, alle Mannschaften im oberen Tabellendrittel zu etablieren um natürlich für die Verbandsligamannschaft ein gutes Fundament anbieten zu können. Die Kreisliga B Mannschaft soll zu einer starken Mannschaft zusammenwachsen, aus der dann Spieler für die Bezirksligamannschaft gewonnen werden können.

SCB-Online: In der nächsten Saison geht die SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim auch wieder mit drei Aufstiegsberechtigten in die Saison. In der abgelaufenen Saison stand der Spielbetrieb der Kreisligamannschaft leider immer wieder auf der Kippe. Dies scheint nun der Vergangenheit anzugehören?
Jürgen Weber: Nein. Wie schon oben beantwortet, hat der SG Vorstand beschlossen, nur mit zwei aufstiegsberechtigten Mannschaften und einer Kreisliga B Mannschaft in die neue Saison zu gehen.

SCB-Online: Was waren die Gründe für diese Problematik?
Jürgen Weber: Es gibt viele Gründe, warum die 3. Mannschaft in der abgelaufenen Saison immer wieder ausgefallen ist. Der häufigste Grund war ein Spielermangel. Leider haben es die Verantwortlichen der beiden Vereine nicht geschafft, die Spieler der Kreisliga A Mannschaft zu einem regelmäßigen Training und einem regelmäßigen Spielbetrieb zu motivieren. Immer wieder mussten die „Alten“ aus beiden Lagern in der Kreisliga A aushelfen. Diese sind natürlich in der Kreisliga A nicht wettbewerbsfähig. Dadurch sind natürlich wettbewerbsverzerrende Ergebnisse erspielt worden. Das ist zum einen auch ein Grund, warum in der nächsten Runde keine Kreisliga A Mannschaft ins Rennen geht. Wir konnten nicht garantieren, auf Dauer eine spielstarke und wettbewerbsfähige Mannschaft stellen zu können. Deshalb haben wir nach kontroversen Diskussionen nur eine Kreisliga B Mannschaft gemeldet. Diese soll sich im nächsten Jahr finden und im oberen Drittel mitspielen. Wenn diese Mannschaft dann eingespielt und regelmäßig trainiert hat, kann man über ein Wechsel in die Kreisliga A in der übernächsten Saison noch einmal nachdenken. Ziel einer Spielgemeinschaft muss es nach wie vor sein, die vorhanden Mannschaften in den jeweils stärksten Klassen spielen zu lassen.

SCB-Online: Gibt es schon Spruchreife Neuzugänge für die SG? Mit Thomas Weinmann konnte man immerhin schon mal einen sehr starken Torwart wieder zurück holen.
Jürgen Weber: Ja. Außer Thomas noch Jonas Wolf vom SC Blieskastel-Lautzkirchen, Marc Gulisano vom SV Bruchhof-Sanddorf, Jens Anton vom SV Schwarzenbach und Steffen Haßler kommt von der SVG Bebelsheim-Wittersheim zur SG. Nazif Hajdarovic kommt vom FC Erding. Das sind unsere Neuzugänge.

SCB-Online: Wer wird den Verein verlassen?
Jürgen Weber: Nach meinen Kenntnissen Mike Steis (VB Zweibrücken), Joschua Hartz (SV Altheim), Christopher Salm (SG Hassel), Marco Florsch (SF Reinheim), Max Knörr, Peter Knörr (beide SV Palatia Contwig), Maximilian Frisch (SV Bliesmengen-Bolchen) verlassen.

SCB-Online: In der nächsten Saison gewinnt die Verbandsliga durch die Aufsteiger FC Palatia Limbach und dem FSV Jägersburg II an Attraktivität hinzu. Wie schätzt Du die Verbandsliga ein?
Jürgen Weber: Die Qualität wird weiter gesteigert. Es wird im nächsten Jahr weitaus schwieriger, dort im oberen Drittel mitzuspielen. Doch unsere beiden Trainer Marco und Sascha werden das richtige Händchen haben, aus den vorhandenen Spielern eine gute Mannschaft zu formen.

SCB-Online: Welche Position strebt die SG in der nächsten Saison in der Verbandsliga an?
Jürgen Weber: Ich denke ein Platz unter den ersten 5 sollte realistisch sein.

SCB-Online: Wer sind für dich die Aufstiegsfavoriten in der Verbandsliga?
Jürgen Weber: Durch die optimale Saison für den FSV Jägersburg steht für mich die Reserve der Jägersburger an der Spitze zum Aufstieg. Diese werden während der Saison immer mal wieder aus der Oberligamannschaft verstärkt werden können. Weiterhin sind Habach und Bliesmengen-Bolchen sowie unser SG mit dabei.

SCB-Online: Natürlich auch die Frage für die Bezirksliga. Welche Zielsetzung hat die SG in der Bezirksliga?
Jürgen Weber: Auf keinen Fall mehr so ein Auf und Ab. Ziel ist es, von Anfang an Dampf zu machen und so schnell wie möglich die Abstiegssorgen ad acta legen. Dann sehen wir weiter

SCB-Online: Wer ist Favorit auf den Aufstieg?
Jürgen Weber: Eindeutig Blickweiler. Ob es Walsheim nach dem Umbruch mit Trainerwechsel und Spielerabgängen schafft, muss man abwarten. Außerdem schätze ich die DJK St. Ingbert sehr stark ein. Mal schauen, ob sie den Abgang von Reichrath verkraften können. Bei der SG Medelsheim-Brenschelbach hat damals der Abgang von Marco Wolf eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen.

SCB-Online: Welche Zielsetzung hat man in der Kreisliga?
Jürgen Weber: In der Kreisliga B sollen vor allem Siege her. Denn nur wenn man siegt, macht auch das Fußballspielen Spaß. Ziel ist es, mal wieder oben mitzuspielen. Aber genau kann man das erst sagen, wenn man weiß, welche Spieler zur Verfügung stehen und ob sie auch mitziehen werden.

SCB-Online: Jürgen, wo kommst Du eigentlich ursprünglich her? Dein Dialekt „verrät“ dich als nicht – Saarländer (lacht).
Jürgen Weber: Ja, so ab und an kommt der alte Dialekt noch durch. Ich bin gebürtig aus Siegburg. Das ist eine Kreisstadt circa 6 km östlich von Bonn. Aufgewachsen bin ich in Troisdorf-Oberlar und später in Niederkassel-Rheidt. Also ein waschechter Rheinländer.

SCB-Online: Warst Du früher selbst auch aktiv als Fußballer?
Jürgen Weber: Ich habe mit 7 Jahren das Fußballspielen angefangen und bis zu meinem 36. Lebensjahr dauerhaft gespielt. Dann hat mich eine Verletzung – aber beim Badminton – zum Aufgeben gezwungen. In der Jugend habe ich es bis in die Mittelrheinauswahl geschafft und kann von mir behaupten, dass Stephan Engels – Nationalspieler von Köln, in der Jugend bei Niederkassel-Mondorf – keinen Stich gegen mich bekommen hat. In der Seniorenmannschaft spielten wir in der Kreisliga A und B. Im Mittelrhein gibt es insgesamt Mannschaften bis zur Kreisliga C. Also vergleichbar mit Bezirksliga und Kreisliga A hier im Saarland.

SCB-Online: Wie kam es dazu dass Du ins schöne Wolfersheim gezogen bist?
Jürgen Weber: Nun. Nach der oben erwähnten Verletzung – dabei erlitt ich einen Schlaganfall – konnte ich meine Reha in Bad-Bergzabern verbringen. Dort lernte ich dann meine jetzige Frau Martina kennen und lieben. Seit 2000 bin ich dann – erst sporadisch und ab 2003 – ständiger Gast in Wolfersheim und möchte hier auch nicht wieder weg.

SCB-Online: Möchtest Du noch etwas sagen?
Jürgen Weber: Ich wünsche mir, dass die ehemaligen Spieler der dritten Mannschaft sich ein Herz fassen und die anderen Mannschaften in unserer SG aktiv im Trainings- und Spielbetrieb unterstützen. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann man etwas erreichen. Weiterhin wünsche ich mir, dass uns das Verletzungspech in der kommenden Runde wohl gesonnen ist und kein Spieler sich schwer verletzt. Dir Alex noch eine schöne Zeit und hoffentlich ein paar Besuche unserer Spiele.

SCB-Online: Vielen Dank Jürgen für Deine Zeit. Weiterhin noch alles Gute und viel Erfolg für Dich und die SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim!

Jürgen Weber Kurzpotrait:
Name: Weber
Vorname: Jürgen
Geburtstag: 26.09.1959
Vorstand seit: Juni 2015 (im SG Vorstand). Seit über 8 Jahren im SVW Vorstand
Größter Erfolg als Vorstand: Nichtabstieg der Bezirksligamannschaft
Größte Niederlage als Vorstand: Vergeblicher Versuch die Spieler der dritten Mannschaft zu motivieren, sich der SG offener anzuschließen
0,5l oder 0,33l: 0,33l
Kurve oder Tribüne: Tribüne
Lieblingsverein: Borussia Mönchengladbach
Rot oder weiß: Beides. Was gerade fertig ist.
Ketchup oder Senf: Zur weißen Senf und zur roten Ketchup
Sportliches Vorbild: Berti „Terrier“ Vogts

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